Überblick - IFC-Workflow in CAALA

In CAALA stehen derzeit zwei Methoden zum Einlesen von IFC-Modellen zur Verfügung: der Flächenimport und der Massenimport. Im Folgenden werden beide Ansätze nach einer kurzen Einführung vorgestellt und ihre jeweiligen Unterschiede erläutert.

Analysemöglichkeiten mit IFC und CAALA

Grundsätzlich können in CAALA IFC-Dateien der Schemata IFC2x3 sowie IFC4 importiert werden. Auf Basis dieser Modelle lassen sich die Grauen Emissionen sowie die Betriebsemissionen über unterschiedliche Wege ermitteln:

Graue Emissionen

Die Grauen Emissionen der KG 300 (Baukonstruktion) werden auf Grundlage des importierten IFC-Modells analysiert, welches in unserem IFC Layermanager auf Plausibilität geprüft und angepasst werden kann. Die Betrachtung der KG 400 (TGA) erfolgt unabhängig vom Modell und kann anschließend in CAALA manuell eingegeben werden.

Für die Auswertung stehen zwei Importvarianten zur Verfügung: der Flächenimport sowie der Massenimport, die je nach Analyseziel eingesetzt werden können. Weitere Informationen finden Sie hier unter dem Punkt "IFC Flächenimport zur Optimierung".

Betriebsemissionen

Die Betriebsemissionen werden nicht unmittelbar aus dem IFC-Modell berechnet, können jedoch über alternative Workflows in CAALA berücksichtigt werden.

  • gbXML-Export: Das IFC-Modell (aus Revit oder ArchiCAD) kann als gbXML-Datei exportiert und anschließend für eine Energiebedarfsberechnung in CAALA genutzt werden. Weitere Informationen zum gbXML-Export aus Revit finden Sie hier & aus ArchiCAD hier.
  • Alternativ können die Ergebnisse einer externen Energiebedarfsberechnung (z.B. GEG-Nachweis) in CAALA hinterlegt werden und fließen so in die gesamte Bewertung der Ökobilanzierung ein.

Im Folgenden werden die beiden IFC-Importmöglichkeiten näher vorgestellt und die Unterschiede erläutert.

IFC Flächenimport zur Optimierung

Der IFC Flächenimport bietet die Möglichkeit, ein IFC-Modell bereits in den frühen Planungsphasen zur Optimierung von Grauen Emissionen zu nutzen. Dabei werden Bauteile als Flächen oder Längen importiert und die Bauteilaufbauten nachträglich in CAALA definiert.

Funktionen des IFC Flächenimports

  • Variantenvergleich: Basierend auf den importierten Bauteilflächen können verschiedene Material- und Konstruktionsvarianten miteinander verglichen werden.
  • Flexibilität: Da keine Materialien importiert werden, kann die Auswahl unabhängig von den im Modell hinterlegten Daten getroffen und flexibel angepasst werden. Hierfür können bereits zur Verfügung stehende Standardvarianten verwendet und auf das jeweilige Projekt angepasst werden.   

Tiefergehende Informationen zum Flächenimport finden Sie hier.

IFC Massenimport zur Bilanzierung

Der IFC Massenimport bietet die Möglichkeit, ein IFC-Modell mit den darin enthaltenen Mengen- und Materialinformationen in CAALA zu importieren. Diese Funktion erlaubt es, graue Emissionen basierend auf dem IFC Modell zu berechnen und eignet sich besonders in den späteren Planungsphasen.
Da sowohl die Materialien als auch deren Massen eingelesen werden, ist eine Optimierung im Nachgang nicht möglich. Sie haben die Möglichkeit verschiedene Modelle, die über den Massenimport eingeladen wurden in CAALA zu vergleichen. Für eine Optimierung, sollte der Weg direkt über den Flächenimport gewählt werden. 

Funktionen des IFC Massenimports

  • Material Mapping: CAALA weist eindeutig benannten Materialbezeichnungen im IFC Modell automatisch ÖKOBAUDAT Datensätze zu. Von Nutzerseite müssen ausschließlich nicht gemappte Materialien ergänzt werden und bereits gemappte Materialien überprüft werden.
  • Massenimport: Die im IFC Modell hinterlegten Dimensionen (Flächen, Dicken, Volumina) werden mit den Materialien importiert, sodass keine nachträgliche Eingabe mehr notwendig ist.

Tiefergehende Informationen zum Massenimport finden Sie hier.

Unterschiede Flächen- vs. Massenimport

Der wesentliche Unterschied zwischen den beiden Importmöglichkeiten liegt im Umfang der übernommenen Modelldaten. Beim Flächenimport werden ausschließlich die Flächen aus dem IFC-Modell eingelesen. Auf dieser Grundlage können anschließend individuelle Bauteilaufbauten ausgewählt, flexibel angepasst und Varianten mit unterschiedlichen Aufbauten miteinander verglichen werden.

Beim Massenimport hingegen werden neben den Mengen auch die im Modell hinterlegten Materialinformationen übernommen. Dadurch lässt sich schnell eine erste Abschätzung der Grauen Emissionen durchführen, da bereits detaillierte Angaben vorliegen. Eine weiterführende Optimierung oder Anpassung der Bauteilaufbauten ist über diesen Workflow jedoch nicht möglich.

 FlächenimportMassenimport
Typischer AnwendungsfallAkquisephase, OptimierungAbbildung des As-Build-Zustands z.B. für Reporting
Übernommene GeometriedatenFlächenFlächen, Dicken, Volumina
Materialinformationenneinja
ÖKOBAUDAT Datensätzein CAALA wählbar & anpassbarautomatisch übernommen und im IFC Layermanager anpassbar
Bauteilaufbauten in CAALAfrei wählbar & anpassbarnicht anpassbar
Berechnung der Grauen Emissionen (KG 300)direkte Berechnung in CAALAdirekte Berechnung in CAALA
Berechnung der Grauen Emissionen (KG 400)Eingabe in CAALAEingabe in CAALA
Berechnung der BetriebsemissionenBerechnung über gbXML-Export aus Revit & ArchiCADBerechnung über gbXML-Export aus Revit & ArchiCAD
Weiterführende Optimierung janein

Beide Importmöglichkeiten sind getrennt voneinander zu nutzen und können nicht kombiniert werden.

⚠️ Grundsätzlich sollte vor Beginn der Berechnung geprüft werden, welche Zielsetzung verfolgt wird und welcher Eingabeweg sich dafür in CAALA am besten eignet. ⚠️

Tiefergehende Informationen zum Thema IFC finden Sie in den Unterkapiteln.

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