Mittlerer Wärmedurchgangskoeffizient Ū

Der mittlere Wärmedurchgangskoeffizient Ū​ beschreibt den flächengewichteten Wärmeverlust einer Bauteilgruppe (z.B. opake und transparente Bauteile). Er wird aus den einzelnen U‑Werten und ihren Flächenanteilen gebildet und dient der vereinfachten energetischen Bewertung komplexer Gebäudehüllen bei Nichtwohngebäuden.

Grundprinzip des mittleren Wärmedurchgangskoeffizienten

Mathematisch ergibt sich der mittlere Wärmedurchgangskoeffizient aus der Summe der Wärmeverluste aller betrachteten Teilflächen, bezogen auf deren Gesamtfläche. Dabei werden opake und transparente Bauteile sowie Vorhangfassaden und Lichtbänder /-kuppeln getrennt voneinander betrachtet.

Berücksichtigung von Bauteilen gegen unbeheizte Räume und Erdreich

Erdberührte Bauteile (z. B. Kellerwände, Bodenplatten) und Bauteile, die an unbeheizte Räume grenzen, werden bei der Ū-Berechnung reduziert gewichtet (Faktor 0,5). Normativ erfolgt dies über vereinfachte Ansätze bzw. Faktoren, sodass diese Flächen energetisch weniger stark ins Gewicht fallen als Bauteile gegen Außenluft. Bei CAALA gilt das für die Layer A05, A06, A07, A08, A10 und A11.

Bodenplatte und 5‑m‑Randbereich

Bei Bodenplatten wird zwischen Rand- und Innenbereich unterschieden.

  • Randbereich (≤ 5 m vom Gebäuderand)
  • Innenbereich (> 5 m vom Gebäuderand)

In die Berechnung des mittleren Wärmedurchgangskoeffizienten Ū soll nur der Randbereich einfließen. Wenn die kürzere Seite der Bodenplatte Ihres Gebäudes also mehr als 10 m misst und damit ein nicht zu berücksichtigender Innenbereich anfällt, stehen Ihnen in der CAALA Software zusätzliche Eingaben zur Verfügung:

  • aktiveren Sie beim Layer A11 die Checkbox
  • messen Sie die Fläche des Randbereichs und geben Sie diese in m² in das Inputfeld ein

Wenn Sie beide Schritte durchgeführt haben, wird nur noch der Randbereich mit dem gewichteten U-Wert des Bodenplatten-Layers in der Ū-Berechnung berücksichtigt.